AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 48/2004

Schönbohm fordert Ausländer auf, die deutsche Leitkultur zu übernehmen


Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat Ausländer in Deutschland aufgefordert, die deutsche Leitkultur zu übernehmen. „Wer zu uns kommt, muss die deutsche Leitkultur übernehmen“, sagte Schönbohm dem SPIEGEL. Die Deutschen hätten nicht nur eine gemeinsame Sprache, sondern auch kulturelle Umgangsformen und Gesetze. „Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Basis der Gemeinsamkeit von Ausländern zerstört wird“, sagte er. Die Deutschen hätten nach der Wiedervereiniung aus „falsch verstandener Zurückhaltung“ die Wirklichkeit verdrängt: „Heute hat ein Teil der bei uns lebenden Ausländer selbst Ghettos gegründet, weil sie uns Deutsche verachten.“ Angesichts der Wahlerfolge von DVU und NPD kritisierte Schönbohm, dass die CDU nach der Wiedervereinigung Themen wie Heimat und Nation vernachlässigt habe. „Wir dürfen nationale Rhetorik nicht scheuen. Wenn die Union dem linksliberalen Zeitgeist frönt, werden sich konservative Wähler andere Vertreter suchen“, so Schönbohm. Der CDU-Politiker kritisierte darüber hinaus, dass der Italiener und bekennende Katholik Rocco Buttiglione „mit großer Freude aus der künftigen EU-Kommission geekelt worden“ sei. „Die Europäische Union verleugnet doch ihr christliches Erbe“, sagte Schönbohm.



© DER SPIEGEL 48/2004
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