AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 2/2005

Gefahr für Bundeswehrsoldaten in Afghanistan größer denn je


Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan müssen nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums im neuen Jahr mit mehr Gefahren denn je rechnen. Grund ist eine Ankündigung der Briten und Amerikaner, mit der afghanischen Regierung den Kampf gegen Drogenbarone zu verschärfen. Wenn die Einnahmequellen der Warlords zu versiegen drohten, warnte der Bundesnachrichtendienst die Militärs, berge das vermehrte Risiken für die deutschen Camps in Kunduz und Faizabad in der nordostafghanischen Drogenregion. Schon vor Weihnachten ließ Minister Peter Struck deshalb die Sicherheitsvorkehrungen verstärken. Noch in diesem Monat will der Sozialdemokrat mit den Parlamentsfraktionen über einen "robusteren" Einsatz sprechen. Geprüft werden soll unter anderem, ob die bisher auf 2250 Soldaten begrenzte Truppenstärke erhöht wird und Spezialkräfte zur großräumigen Sicherung der Lager entsandt werden sollten. Im Bundestagsmandat zur Teilnahme an der Isaf-Friedensmission am Hindukusch ist die Drogenbekämpfung ausdrücklich ausgeschlossen. Die Bundeswehr unterstützt jedoch amerikanische und britische Truppen mit Aufklärung, Verpflegung und gelegentlicher Unterkunft in ihren Lagern. Bei den Gesprächen mit Wehrexperten des Parlaments möchte Struck zudem diskutieren, wie die Öffentlichkeit auf eine größere Zahl von Toten und Verletzten reagieren würde. Die Bürger sind nach Meinung des Ressortchefs Verteidigung auf "Verwundung und Tod" längst nicht so gut vorbereitet wie die Bundeswehr selbst.



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