AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 29/2005

Schily warnt vor Anschlag


Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat vor möglichen Anschlägen von Islamisten in Deutschland gewarnt. "Wir sind ebenfalls im Visier der Terroristen", sagte er. Es gebe "Anlass zu großer Sorge, dass sich in Europa aus der Einwanderergeneration Terrorgruppen bilden, die al-Qaida zumindest ideologisch nahe stehen". Gruppen wie in Leeds seien Ausdruck einer "Metastasenbildung" und bedeuteten für die Ermittler große Schwierigkeiten: "Das ist hochgefährlich, weil es kaum zu überwachen ist." Als eines der Hauptprobleme bei der Bekämpfung des Terrorismus nannte Schily den Irak: "Man müsste mit Blindheit geschlagen sein, um nicht zu sehen, was dort für eine Anziehungs- und Schubkraft für terroristische Kreise entstanden ist. Die Bilder von Abu Ghureib sind verheerend." Der Innenminister forderte die Muslime in Deutschland auf, "aktiv daran mitzuwirken, dass in den Moscheen kein Hass gepredigt und Terrorismus und Extremismus entgegengewirkt wird". Der Bund werde zudem "prüfen, ob die Videoüberwachung nicht in einem bestimmten Umfang erheblich ausgebaut werden muss". Zugleich kündigte Schily an, er wolle im Falle eines Wahlsieges der SPD erneut als Bundesinnenminister antreten. "Für Kanzler Schröder steht der Innenminister Schily zur Verfügung." Einer Koalition mit der Union erteilte er hingegen eine weitgehende Absage: "Ich halte eine Große Koalition nur unter Führung des Kanzlers Schröder für denkbar."



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