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AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 2/2006

EKD kritisiert Entzug der Lehrerlaubnis für Hasenhüttl

Führende Mitglieder der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) werten den Entzug der Lehrerlaubnis für den katholischen Theologen Gotthold Hasenhüttl als erheblichen Rückschlag für die Ökumene. Für die Hannoversche Bischöfin Margot Käßmann "wird damit deutlich, dass eine gemeinsame Abendmahlsfeier für das katholische Lehramt überhaupt nicht denkbar ist". Käßmann bedauert die Disziplinierung des an der Saarbrücker Universität lehrenden Professors, der beim "Ökumenischen Kirchentag" 2003 in Berlin Katholiken und Protestanten die Kommunion gereicht hatte: "Gotthold Hasenhüttl hat etwas getan, worauf viele Kirchenmitglieder vor Ort in der Praxis hoffen." Unterdessen erweist sich der Trierer Bischof Reinhard Marx nach dem Entzug der Lehrerlaubnis als besonders gnadenlos: Marx will den bereits zur Prüfung bei Hasenhüttl angemeldeten angehenden Religionslehrern die Anerkennung versagen. Vergeblich hatte das Saarbrücker Bildungsministerium auf den "Vertrauensschutz" für die Prüflinge hingewiesen. Hasenhüttl kritisierte diese "Bestrafung unbeteiligter Dritter" als "Verlust jeglicher Menschlichkeit". Marx ließ sich auch nicht durch Hasenhüttls Argument umstimmen, er habe nichts anderes gemacht als der inzwischen zum Papst aufgestiegene Kardinal Joseph Ratzinger bei der Trauerfeier für Johannes Paul II. Das Kirchenoberhaupt hatte dem Protestanten und Taizé-Gründer Roger Schutz dabei die Kommunion erteilt. Indirekt ging Marx sogar auf Distanz zu dem Vorfall: "Es wäre sicherlich besser gewesen, wenn Frère Roger beim Requiem des Papstes nicht die Kommunion empfangen hätte."

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