AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 4/2006

Verteidigungsminister soll zwei Spitzenmilitärs schassen


Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) soll zwei Spitzen-Militärs vorzeitig aus dem Amt entfernen. Der Staatssekretär Peter Wichert hat dem Ministeriums-Neuling Ende voriger Woche empfohlen, den stellvertretenden Generalinspekteur Hans-Heinrich Dieter und den stellvertretenden Heeresinspekteur Jürgen Ruwe ohne Angabe von Gründen in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Hintergrund ist offenbar eine Affäre, deren Ausgangspunkt bei einem Sohn Ruwes liegt. Der studiert an der Hamburger Bundeswehr-Universität und wurde dort nach einem Streit mit Kameraden im vorigen Jahr rechtsradikaler und sexistischer Äußerungen bezichtigt - zu Unrecht, wie er dem Disziplinar-Anwalt und dem Vater gegenüber beteuerte. Dieter gab im Herbst einen vertraulichen Vermerk über die Ermittlungen an Ruwe senior weiter, die Generale kennen einander seit fast 30 Jahren. Juristen des Ministeriums beurteilten dies als unzulässige "Weitergabe von Dienstgeheimnissen". Ruwe ("Wir haben nicht unehrenhaft gehandelt") räumt zwar ein, dass er auch seinen Filius das Papier lesen ließ, hält den ganzen Vorgang aber für "kein schwerwiegendes Dienstvergehen". Sein Sohn habe sich ebenfalls "nichts vorzuwerfen".



© DER SPIEGEL 4/2006
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