AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 39/2006

Jauch sieht sich verleumdet


Der mitunter rigide Umgang des Medienstars Günther Jauch mit den Medien hat nun sogar eine Anklage der Staatsanwaltschaft Potsdam gegen einen "Bild am Sonntag"- Reporter zur Folge. Der Vorwurf ist gravierend: Es geht um Verleumdung. Anlass der Klage (Aktenzeichen 420 Js 43651/05) ist die Recherche für einen Bericht in der "Bild am Sonntag" ("BamS") vom 12. September 2004, der sich unter der Schlagzeile "So reich ist Günther Jauch" ausführlich mit dem privaten Immobilienvermögen des RTL-Moderators befasst hat. Dem Reporter wird vorgeworfen, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Einsicht in die Grundbücher der Stadt Potsdam erschlichen zu haben, um Auskünfte über Jauchs Immobilienbesitz zu bekommen. Kurios: Der Vorwurf der Verleumdung bezieht sich nicht auf den Artikel selbst, sondern auf ein Gespräch zwischen dem Reporter und der Amtsgerichtspräsidentin – also auf die Recherche. Angeblich habe der "BamS"-Mann dabei ehrenrührige Behauptungen über Jauch gemacht – was der Reporter bestreitet. Einen Termin für die Verhandlung gibt es noch nicht, damit sei wohl erst gegen Ende des Jahres zu rechnen, heißt es beim Amtsgericht Potsdam.



© DER SPIEGEL 39/2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.