AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 42/2006

Statik öffentlicher Bauten weniger stabil als angenommen

Viele öffentliche Bauten sind offenbar weniger stabil als bislang angenommen. Dies ergaben Untersuchungen, die Forscher der Münchner Bundeswehr-Universität nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem überraschend schnellen Einsturz des New Yorker World Trade Center durchgeführt hatten. Unter anderem wurden Stahlbetonträger angesprengt, um herauszufinden, wie groß deren verbleibende Tragkraft – etwa nach dem Aufprall eines Flugzeugs oder einem Bombenattentat – noch wäre. "Die Ergebnisse waren verblüffend", so der Münchner Statikprofessor Norbert Gebbeken: Bisherige Berechnungsmodelle hätten demnach die Reststandfestigkeit von Gebäuden völlig überschätzt, die zum Beispiel für die Arbeit von Rettungskräften von großer Bedeutung sei. Das Bundesbauministerium will aus den Ergebnissen – zumindest vorerst – keine Konsequenzen ziehen, etwa für Atomkraftwerke: Solange das Deutsche Institut für Normung die Erkenntnisse der Bundeswehr-Universität nicht akzeptiert und in neue Bauvorgaben umgesetzt habe, seien sie ohne Belang. Im Ausland ließ das Bundesbauministerium die Stabilität von Botschaften und anderen bundeseigenen Bauten dagegen schon prüfen: So wurden nach Angaben des Ressorts "Ertüchtigungsmaßnahmen" vorgeschlagen und sogar Gebäude geschlossen.

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