AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 38/2007

Bistum Regensburg schloss dubiosen Schweigevertrag mit Missbrauchsopfern


In der Affäre um Kindesmissbrauch im Bistum Regensburg gerät die Kirche durch ihren zweifelhaften Schweigevertrag weiter unter Druck. Der zurzeit in Untersuchungshaft einsitzende Riekofener Pfarrer Peter K. hatte schon 1999 zwei Brüder im bayerischen Viechtach missbraucht. Anschließend schloss das Bistum mit den Eltern der Kinder eine schriftliche Vereinbarung, in der sich die Familie zum Schweigen verpflichtet. Im Gegenzug erhielten die Kinder 6500 Mark. Die Mutter des Brüderpaares hatte zwar schon damals die Zusicherung gefordert, dass K. nicht mehr in der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden solle. Dies lehnte das Bischöfliche Ordinariat in einem Schreiben jedoch ab. Den Eltern wurde in der Vereinbarung nicht die Möglichkeit einer späteren Anzeige eingeräumt.

Peter K. soll jetzt in Riekofen mehrere Ministranten missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg hat rund 100 Kinder auf ihre Zeugenliste genommen. Riekofener Eltern werfen dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller vor, das Bistum habe sie nicht über die Vergangenheit des Priesters aufgeklärt.



© DER SPIEGEL 38/2007
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