AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 11/2008

Deutsche klauen weniger Musik im Internet


In Deutschland ist die Zahl illegaler Musik-Downloads aus dem Internet leicht zurückgegangen. Wie aus der bisher unveröffentlichten Brenner-Studie im Auftrag des Bundesverbands Musikindustrie hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr 312 Millionen Songs unrechtmäßig heruntergeladen; 2006 waren es noch 374 Millionen Titel. "Wir führen das auf den massiven rechtlichen Druck im letzten Jahr zurück", sagt Dieter Gorny, Vorsitzender des Verbands. Auch nutzten erstmals laut Studie mehr Menschen legale Angebote für den Musik-Download als illegale Tauschbörsen. Doch trotz aller Versuche der Plattenfirmen, den Musikklau einzudämmen, ist noch immer etwa zehnmal mehr gestohlene Musik im Umlauf als rechtmäßig erworbene. "Unser Ziel ist es, die Internet-Piraterie auf ein tolerables Maß zu reduzieren. Dabei setzen wir neben individueller Rechtsverfolgung vor allem auf mehr Verantwortung bei den Providern", sagt Gorny. "Nur weil man an ein Lied kein Preisschild hängen kann, kostet es trotzdem Geld." Plattenfirmen wie Sony BMG, die Künstler wie Alicia Keys vertreten, klagen seit Jahren über Einnahmeneinbußen aufgrund illegaler Kopien. Weitere Erkenntnisse der Studie: Jeder zweite Deutsche brennt regelmäßig CDs oder DVDs. Die Zahl gebrannter Rohlinge sank aber von 766 Millionen 2006 auf 685 Millionen. Das liegt auch daran, dass ein Großteil der Titel inzwischen direkt auf Festplatten und MP3-Spielern landet.



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