AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 45/2008

Millionen für Opus-Dei-Freunde


Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat Projekte unterstützt, die unter dem maßgeblichen Einfluss des katholischen Geheimbunds Opus Dei stehen. Rund 1,4 Millionen Euro Förderung flossen über die Rhein-Donau-Stiftung mit Sitz in München, die sich nach eigenen Angaben dem Opus-Dei-Gründer Josemaría Escrivá verbunden fühlt. Der Geschäftsführer der Stiftung sowie Vorstandsmitglieder gehören Opus Dei an. Präsident des Vereins ist der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis, der zugleich Mitglied im Entwicklungshilfeausschuss des Bundestags ist. Geis fühlt sich nach eigener Aussage den Mitgliedern von Opus Dei "freundschaftlich verbunden". Dabei steht die Organisation permanent unter Sektenverdacht. Ex-Mitglieder berichten von fast paramilitärischen internen Regeln, Gehirnwäsche und erzkonservativen Grundsätzen. BMZ-Geld floß über die Stiftung unter anderem in ein Projekt in Argentinien, das der Opus- Dei-Mann Bischof Francisco Polti begleitet. Er warnte vor "ethischem Relativismus". Die Förderung der Rhein-Donau-Stiftung sorgt inzwischen für Unmut im Parlament. Der Grünen-Politiker und Haushälter Omid Nouripour: "Eine Organisation mit solcher Nähe zu Opus Dei ist kein angemessener Empfänger von Entwicklungshilfe." Das BMZ bestätigt die Zahlungen, will aber vom Opus-Dei-Zusammenhang nichts bemerkt haben. Es würden in den Projekten "keine religiösen Ansätze gefördert".



© DER SPIEGEL 45/2008
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