AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 35/2009

Künftiger UBA-Präsident fordert CO2-freies Deutschland


Der designierte Präsident des Umweltbundesamts (UBA), Jochen Flasbarth, fordert von der nächsten Bundesregierung ein neues Klimapaket. Das Vorhaben, den Kohlendioxid- Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, könne Deutschland weltweit zum Modell machen, sagte Flasbarth dem SPIEGEL. Doch die beschlossenen Schritte "reichen nur für ein Minus von 35 Prozent". Weil man davon ausgehen müsse, dass ein Teil der heutigen Maßnahmen nicht vollständig funktioniere, brauche es einen Puffer, um das Ziel bis 2020 sicher zu erreichen. "Das neue Klimapaket sollte weitere zehn Prozentpunkte CO2-Reduzierung bringen", sagte Flasbarth. Als Ziel nannte er ein "CO2-freies Deutschland bis 2050".

Der künftige Behördenchef fordert vor allem Maßnahmen beim Verkehr. Wer ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ablehne, müsse darlegen, wo sonst CO2 eingespart werden könne. "Unsere Autos sind auch deshalb so schwer und verbrauchsstark, weil sie dafür ausgelegt sind, bei 180 Stundenkilometer nicht aus der Kurve zu fliegen", kritisierte der UBA-Chef, der am 1. September sein Amt antritt. "Ein Abrüstungsprogramm hin zu effizienten, schicken Leichtbauautos ist nötig", forderte er. Zudem brauche es nach der Wahl einen neuen Bundesverkehrswegeplan, der den Klimaschutz berücksichtige und dem öffentlichen Verkehr eindeutig Vorrang gebe. "Einige Straßenbauprojekte werden auf der Strecke bleiben müssen", sagte Flasbarth.



© DER SPIEGEL 35/2009
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