AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 37/2009

Baden-Württemberg will Behördencomputer vor Spionage-Angriffen schützen


Baden-Württemberg will als erstes Bundesland einen besonderen "Trojaner-Sensor" zum Schutz von Computern in seinem Landesverwaltungsnetz installieren. Das geht aus einem internen Bericht des Landesverfassungsschutzes zum Thema Spionageabwehr hervor. Die Software soll Attacken fremdgesteuerter Spitzelprogramme auf den Behördenrechnern entdecken und abwehren. Die deutschen Verwaltungen kämpfen bereits seit Jahren gegen elektronische Spionageangriffe, häufig aus Fernost. Meist versuchen die Späherprogramme als unscheinbare E-Mail-Anhänge in den Behördenapparat einzudringen. Sind die Computer erst infiziert, können die ausländischen Dienste sie wahlweise mit zerstörerischer Software bombardieren oder Informationen aus dem Behördennetzwerk stehlen. Mittlerweile richten sie solche E-Mails an gezielt ausgewählte Adressaten und schneiden sie auf deren Arbeitsbereiche zu; häufig haben sie Mitarbeiter aus dem Behördenmittelbau im Visier. Chinesische Spionageprogramme wurden bereits im Kanzleramt und im Auswärtigen Amt, im Bundeswirtschafts- und im Bundesforschungsministerium entdeckt.



© DER SPIEGEL 37/2009
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