AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 40/2009

Privatsender greifen neuen ZDF-Sender Neo an


Nachdem das ZDF das Programm für seinen neuen Digitalsender Neo für die Zielgruppe der 25- bis 49-Jährigen vorgestellt hat, regt sich Widerstand. "Das ist ein frontaler Angriff auf das Privatfernsehen", sagt RTL-Medienpolitik-Chef Tobias Schmid. "Das ZDF kopiert hier die kommerziellen Sender, mit einem einzigen Unterschied: Es gibt bei Neo nicht einmal Nachrichten." Annette Kümmel, Medienpolitik- Chefin bei ProSiebenSat.1 kritisiert: "Das ist ein öffentlich-rechtliches Privatprogramm. Da könnte man genauso gut Sat.1 oder Kabel eins drüberschreiben." Die Medienpolitik habe sich "einseifen lassen", so Schmid. Die Versprechen, die das ZDF für die Genehmigung gemacht habe, würden nicht eingehalten. "Stattdessen wird eingekaufte US-Ware gezeigt", etwa die Serie "Miami Vice". Laut Konzept soll Neo "klar unterscheidbare Alternative zu den privaten Programmen" sein. Schmid: "Tatsächlich ist es nur eine Verschwendung von Gebührengeld."



© DER SPIEGEL 40/2009
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