AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 47/2009

Berliner Polizeischüler in Zivil sicherten Feier zum Mauerfall

In der Menschenmenge, die vergangenen Montag am Brandenburger Tor den 20. Jahrestag des Mauerfalls mit Kanzlerin Angela Merkel und zahlreichen Staatsgästen feierte, standen auf Anordnung des Berliner Senats auch "alle verfügbaren Polizeischüler" der Stadt – in Zivilkleidung. Die Polizeianwärter sollten in "sensiblen Zuschauerbereichen als ,Stabilisatoren'" wirken, so heißt es in einem Schreiben von Staatskanzlei-Chefin Barbara Kisseler an den Berliner Innenstaatssekretär Ulrich Freise. Ein Polizeisprecher teilte auf Anfrage mit, der Einsatz von "Stabilisatoren" sei in Berlin kein Einzelfall, sondern "eine bewährte taktische Maßnahme bei Veranstaltungen mit hohem Gefährdungspotential". Dabei geht es nach Angaben eines Berliner Polizeigewerkschafters darum, Plätze mit zuverlässigen Personen zu besetzen: "Die Polizeischüler sollen nicht eingreifen, aber wo sie stehen, kann ja kein anderer stehen." Kisseler hatte in ihrem Brief angeregt, zusätzlich Polizeischüler der Bundespolizei auch noch anzufordern, die Bundespolizei lehnte den Wunsch jedoch ab. Gegen einen Einsatz, so begründete das Bundesinnenministerium die Absage, spreche schon die Fürsorgepflicht für die nicht voll ausgebildeten Polizeianwärter. Polizeigewerkschafter kritisierten die Aktion beim "Fest der Freiheit": Anwärter dürften für taktische Maßnahmen nicht eingesetzt werden; zudem sei es wenig sensibel, ausgerechnet bei der Feier zum Mauerfall normales Publikum durch angehende Polizisten in Zivil zu ersetzen.

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