AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 48/2009

NPD treibt Spenden über 0900er-Nummern ein


In ihrer Finanznot hat die NPD neue Wege der Spenden-Akquise erschlossen. Seit einigen Wochen hat die Berliner Parteizentrale zwei 0900er-Nummern geschaltet, über die Sympathisanten anonym spenden können. Pro Anruf landen fünf beziehungsweise zehn Euro in der NPD-Kasse. Vergeben werden die Cash-Verbindungen von der Bundesnetzagentur, die dafür eine einmalige Provision von 62,50 Euro pro Nummer erhält; bislang bedienten sich aber vor allem Sex-Hotlines und die Veranstalter dubioser Gewinnspiele dieses Zahlungsverkehrs. Auch für Spender größerer Beträge hat die NPD den Inkasso-Weg vereinfacht: Seit Anfang des Monats können Förderer der Rechtsextremen bargeldlos und online ihren Obulus entrichten, in dem sie auf der NPD-Homepage einfach den "PayPal"-Button anklicken. Bis zu 500 Euro können so diskret gespendet werden. Diesen Service eines Tochterunternehmens des Internetauktionshauses Ebay nehmen auch CSU, FDP, Die Linke und die Grünen für die Spendenbeschaffung bereits in Anspruch. Doch für die Rechten könnte bald schon wieder Schluss sein. "Wir werden der NPD den Zugang zu PayPal kündigen", erklärt ein Unternehmenssprecher. Die Provisionen, die PayPal bisher aus den Online-NPD-Spenden verbuchen konnte, will die Ebay-Tochter nun für gemeinnützige Zwecke spenden.



© DER SPIEGEL 48/2009
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