Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner warnt vor allzu ehrgeizigen Klimaschutzzielen. In der Debatte um die Reduktion der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen sei "mehr Ehrlichkeit" nötig, sagte die CSU-Politikerin gegenüber dem SPIEGEL vor Beginn der Grünen Woche am Donnerstag. Mit Blick auf den Hunger in der Welt und die wachsende Weltbevölkerung betonte Aigner: "Wenn alle Menschen genug zu essen haben sollen, dann müssen wir auch die entsprechenden Treibhausgasemissionen in Kauf nehmen." Eine "klimaneutrale und zugleich ausreichende Ernährung für alle ist schwer vorstellbar". Ein Viertel der weltweiten Emissionen entsteht bei der Erzeugung von Lebensmitteln, insbesondere in der Fleischproduktion. In Deutschland verursacht die Landwirtschaft – ohne Gütertransporte gerechnet – etwa sechs Prozent der Emissionen. Klimaschutzauflagen für deutsche Bauern lehnt Aigner ab: "Alleingänge nützen nichts, wir wollen international vorankommen." Während beim Speisezettel ein großes Einsparpotential gesehen wird, will die Ministerin den Deutschen nicht empfehlen, weniger Fleisch zu essen, sie werbe stattdessen "für eine gesunde, ausgewogene Ernährung, dazu gehören auch Milch und Fleisch".
© DER SPIEGEL 2/2010
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