AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 8/2010

Industrie- und Handelskammern sollen Bezüge der Führungskräfte offenlegen


Der Bundesverband für freie Kammern (BffK) fordert die deutschen Industrie- und Handelskammern (IHK) auf, die Gehälter ihrer Führungskräfte offenzulegen. Wie auch die gesetzlichen Krankenkassen seien "die Kammern Körperschaften öffentlichen Rechts", so Kai Boeddinghaus, Geschäftsführer des BffK, "sie sind der Gesellschaft, die ihnen Rechte und Pflichten verliehen hat, zu Transparenz und Rechenschaft verpflichtet". Krankenkassenvorstände müssen seit 2004 ihre Einkommen bekanntgeben. In einem ersten Schritt hat der BffK alle IHK angeschrieben und um Übermittlung der Gehälter der Hauptgeschäftsführer und deren Stellvertreter gebeten. Bislang haben die Kammern Bielefeld, Braunschweig, Halle-Dessau, Hamburg, Lüneburg, Ostwürttemberg, Pfalz, Reutlingen, Stade, Stuttgart und Trier geantwortet. Allesamt lehnen sie die Veröffentlichung der Bezüge ab. Von weiteren 69 stehen die Antworten noch aus. Sollten die Kammern selbst "nicht die Kraft zur Transparenz aufbringen", so Boeddinghaus, müsse der Gesetzgeber sie durch Gesetzesänderung dazu verpflichten. Dem BffK gehören vor allem Unternehmen an, die sich gegen die Zwangsmitgliedschaft in den IHK wehren und ihnen Geldverschwendung vorwerfen.



© DER SPIEGEL 8/2010
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