AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 38/2010

Mehrere hunderttausend Widersprüche gegen Google Street View


Die Widerspruchsfrist gegen den Google-Dienst Street View ist erst zur Hälfte um, doch schon jetzt haben viele Bürger einen Antrag auf Löschung ihrer digitalen Hausfassade gestellt. Zwar wollte Google zu konkreten Zahlen Ende vergangener Woche keine Auskunft geben, dennoch heißt es aus Unternehmenskreisen, dass bereits mehrere hunderttausend Widersprüche eingegangen seien. Mieter und Hauseigentümer aus den 20 großen Städten, für welche dieses Jahr noch Fassadenbilder online gestellt werden sollen, können bis zum 15. Oktober beantragen, dass ihre Gebäude im Netz unkenntlich gemacht werden. Der verantwortliche Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar überzeugte sich jüngst im Google-Büro davon, dass das Widerspruchsverfahren, "soweit von außen beurteilbar", bisher "ordnungsgemäß zu laufen" scheine. "Es bleibt abzuwarten, ob Google den Sturm der Anträge auch ordnungsgemäß abarbeiten kann", sagt Caspar. Weil die Ansichten der Häuser teilweise aus verschiedenen Bildern zusammengesetzt sind, dürfte der Aufwand fürs Unkenntlichmachen größer sein. Während die einen Street View offenbar ablehnen, nutzt ein anderer Teil der Deutschen den Dienst schon jetzt gern. In einem Google-Papier heißt es, Street View werde "von allen Ländern, in denen der Dienst noch nicht eingeführt ist, von Deutschland aus am häufigsten genutzt". Das Papier wurde im Umfeld der Vorbereitung des "Geo-Gipfels" erstellt, eines Spitzentreffens, das diesen Montag in Berlin unter Einladung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière stattfindet. Anlass des Treffens ist eine Gesetzesinitiative zum Umgang mit Geo-Diensten. Abrufbar sind bei Google Street View bisher Fassadenaufnahmen aus 23 Ländern.



© DER SPIEGEL 38/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.