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AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 3/2011

Neue Betrugsvorwürfe in Kika-Affäre

Der Skandal um den mutmaßlichen Betrugsfall beim öffentlich-rechtlichen Kinderkanal (Kika) scheint noch größer als bisher angenommen. Eine weitere Firma soll an der mutmaßlichen Betrugsmasche beteiligt gewesen sein. Die zusätzliche Summe liegt allerdings nur im fünfstelligen Bereich, der Gesamtschaden wird auf mehr als sieben Millionen Euro taxiert. Zudem richten sich interne Ermittlungen gegen mindestens zwei weitere Kika-Mitarbeiter. Einer von ihnen arbeitete als freier Mitarbeiter in der Buchhaltung des Senders. Er soll mit dem Beschuldigten Marco K. eng bekannt sein. Bei der anderen Person handelt es sich um eine Angestellte und direkte Untergebene des ehema ligen Kika-Herstellungsleiters Marco K. Sie hatte Rechnungen nach dem Vieraugenprinzip abzeichnen sollen. In wieweit sie durch das Abhängigkeitsverhältnis von Marco K. unter Druck gesetzt worden sein könnte, ist offen. Ebenfalls bleibt fraglich, ob sie Rechnungen inhaltlich für sachlich richtig und angemessen befinden konnte. Bei beiden Mitarbeitern gibt es bisher keine Hinweise auf eine persönliche Bereicherung. Der MDR wollte unter Verweis auf die an diesem Montag stattfindende Unterrichtung der Aufsichtsgremien keine Stellung nehmen. Die Staatsanwaltschaft war nicht erreichbar. Marco K. wird vorgeworfen, fingierte Aufträge erteilt zu haben. Der Kika zahlte dafür, die Gelder soll K. teilweise in die eigene Tasche gesteckt haben. K. will sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Nach der internen Aufarbeitung sind die Verantwortlichen beim MDR erstaunt darüber, wie sehr die Programmgeschäftsführer – darunter etwa der heutige NDR-Fernsehdirektor Frank Beckmann – ihrem Mitarbeiter Marco K. vertraut hätten. Er habe schalten und walten können, wie er wollte.

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© DER SPIEGEL 3/2011
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