AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 13/2011

Eichmann-Prozess löste Panik in Bonn aus


Die Festnahme Adolf Eichmanns, Cheflogistiker des Holocaust, löste Panik in der Bundesregierung von Konrad Adenauer (CDU) aus. Das geht aus bislang unbekannten Eichmann-Akten von Bundesregierung, Bundesnachrichtendienst (BND) und USGeheimdienst CIA hervor. Israelische Agenten hatten Eichmann 1960 aus Argentinien nach Israel entführt, und das Auswärtige Amt fürchtete, in einem Prozess könne "belastendes Material gegen Bedienstete der Verwaltung des Bundes und der Länder bekannt werden". Der BND sollte herausfinden, was Eichmann in den Verhören über "Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Bundesrepublik" aussagte. Nach Einschätzung der CIA stand die Bundesregierung "am Rande der Hysterie", weil sie um das Ansehen Bonns in der Welt fürchtete. Den BND-Unterlagen zufolge hatte eine Gruppe ehemaliger SS-Führer aus Innsbruck Eichmann die Flucht ermöglicht. Nach Aufzeichnungen des Dienstes stand Eichmann allerdings "in keiner Verbindung mit dem BND".



© DER SPIEGEL 13/2011
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