AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 30/2011

Telekom soll bei Abrechnungen betrogen haben


Das Management der Deutschen Telekom AG soll über Jahre Verbraucher, Kunden und Aufsichtsbehörden mit doppelten Abrechnungen betrogen haben. Volumen: ein dreistelliger Millionenbetrag. Das behauptet zumindest eine Strafanzeige, die bei der Staatsanwaltschaft in Bonn eingereicht wurde. Die Anzeigeerstatter werfen dem Unternehmen um Telekom-Chef René Obermann vor, es habe sich umlagefähige Kosten für den Aufbau und die Pflege ihrer Kundendatenbanken gleich mehrfach erstatten lassen. So seien die Beträge einmal über die normalen Gebühren für den sogenannten Teilnehmeranschluss auf Millionen Telefonkunden abgewälzt worden. Zugleich habe sich das Unternehmen die Summen von Wettbewerbern bezahlen lassen, die für ihr Telefongeschäft auf Daten der Telekom angewiesen sind. Als Beleg liegen der Anzeige interne Telekom-Zahlen bei, die der Konzern zur Überprüfung seiner Gebühren bei der Bundesnetzagentur eingereicht hat. Diese Berechnungen, so die Anzeigeerstatter Klaus Harisch und Peter Wünsch, seien nachweisbar fingiert. Damit ergebe sich der Verdacht des "gewerbsmäßigen Betrugs". Seit Jahren schon streiten die beiden Gründer diverser Auskunftsdienste mit der Telekom über fehlerhafte Abrechnungen und haben mehrere Zivilverfahren bestritten. Dabei wurde die Telekom zu Rückzahlungen von insgesamt mehr als 80 Millionen Euro verurteilt. Die Telekom weist die Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft prüft die Anzeige.



© DER SPIEGEL 30/2011
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