AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 31/2011

Ergebnis einer Studie zeigt, dass die Hauptstadt im Falle eines mehrtägigen Stromausfalls im Chaos zu versinken droht

Im Falle eines mehrtägigen Stromausfalls droht der Hauptstadt ein Chaos. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR). Im Auftrag des Bundesforschungsministeriums wurde ein mehrtägiger Blackout simuliert. Ergebnis: Bei einem Stromausfall wie im Winter 2005 im Münsterland oder am 13. Juli in Hannover bliebe die Berliner Bevölkerung größtenteils ohne Information. Zwar funktioniert die Absprache in der Leitungsebene des Katastrophenmanagements, es gibt jedoch keine Strategie, wie die Bewohner der Hauptstadt erfahren, wo sie Hilfe bekommen. "Das Krisenmanagement von unten ist unterentwickelt", resümiert Birgitta Sticher, Projektleiterin an der HWR. Das größte Risiko sind laut der Studie die Problembezirke der Hauptstadt: Deren Einwohner fühlten sich ohnehin schon benachteiligt. Wenn sie dann noch das Gefühl hätten, im Katastrophenfall nicht beachtet zu werden, würden sie schnell "sehr, sehr wütend". Plünderungen und Ausschreitungen wären die Folge. Hinzu kämen massive Infrastrukturschwierigkeiten. So reicht der Kraftstoff für die Notstromgeneratoren "überlebenswichtiger Einrichtungen" wie Polizei, Feuerwehr und Krankenhäusern für maximal 24 Stunden; Wasserwerke könnten nur zwölf Stunden laufen. Auftanken wird jedoch zum Problem: In ganz Berlin gibt es nur zwei Tankstellen mit eigener Notstromversorgung. Auf Grundlage der Studie sollen jetzt neue Sicherheitssysteme entwickelt und feste Informationspunkte in den Bezirken eingerichtet werden.

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