AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 32/2011

H&M will Betriebsräte loswerden


Der Textilkonzern Hennes & Mauritz (H&M) geht juristisch gegen unliebsame Betriebsräte vor. Vor dem Berliner Arbeitsgericht hat die schwedische Modekette ein Amtsenthebungsverfahren gegen den fünfköpfigen Betriebsrat der Filiale in der Berliner Friedrichstraße beantragt. Grund soll der regelmäßige Widerstand der Arbeitnehmervertreter gegen die Dienstpläne der Filialleitung sein, die angeblich nicht mit den Arbeitszeitregelungen übereinstimmten. Auch in einer Filiale in Trier wurde der Betriebsrat mit einem Amtsenthebungsverfahren und dem Rausschmiss der betreffenden Mitarbeiter konfrontiert. In Stuttgart wiederum soll Mitarbeitern mit Lohnabzug gedroht worden sein, sollten sie während ihrer Arbeitszeit an einer Betriebsversammlung teilnehmen. "Das Amtsenthebungsverfahren in Berlin ist der vorläufige Höhepunkt einer langen Auseinandersetzung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern", sagt Johann Rösch, der bei Ver.di für den Bereich Einzelhandel verantwortlich ist. "H&M hat ein völlig gestörtes Verhältnis zu der Arbeit von Betriebsräten." Tatsächlich gibt es nur in rund einem Viertel der 385 Filialen in Deutschland Betriebsräte. In den vorliegenden Fällen gehe es "um grobe Pflichtverstöße und um un verhältnismäßigen Zeitaufwand", rechtfertigt H&M sein Vorgehen. In der Regel sei die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat aber "konstruktiv und vertrauensvoll", eine juristische Klärung "immer die letzte von uns gewählte Option".



© DER SPIEGEL 32/2011
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