AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 35/2011

40.000 Widersprüche gegen Microsoft Streetside-Dienst


Deutschland wird wieder abfotografiert – und nur wenige regen sich darüber auf. Während Google im vergangenen Jahr mit seinem Dienst Street View wochenlang in den Schlagzeilen stand, bleiben die aktuellen Kamerafahrten für den Konkurrenten Microsoft Bing weitgehend unbemerkt. Laut Microsoft gibt es bisher etwa 40.000 Vorabwidersprüche gegen Streetside von Mietern oder Hausbesitzern, die nicht wollen, dass ihre Hausfassade im Internet zu sehen ist. Zum Vergleich: Gegen Googles Street View gingen 244.287 Widersprüche ein; der Suchmaschinenbetreiber verpixelte diese Daten in seinem Dienst und löschte nach eigenen Angaben die Rohdaten unwiderruflich. Der für den Microsoft-Dienst zuständige Präsident des bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht, Thomas Kranig, sagt, seine Behörde habe im August mit einem Ansturm gerechnet, tatsächlich aber seien nur wenige Anfragen eingegangen, es herrsche "fast tote Hose". Kranigs Fazit: "Offenbar haben sich die Gemüter rund um dieses Thema beruhigt." Microsoft sagt, man habe davon profitiert, dass sich die Menschen bei Google Street View selbst ein Bild davon machen konnten, wie ein solcher Dienst funktioniert, und deshalb jetzt eine eigene "sachliche Risiko-Nutzen-Abwägung" vornehmen können.



© DER SPIEGEL 35/2011
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