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AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 38/2011

Zoff mit SWR um "Wüstenfuchs"-Verfilmung

Der langjährige Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel, 82, und seine Familie haben scharfe Kritik geübt am Drehbuch für einen ARD-Film über seinen Vater, den Generalfeldmarschall Erwin Rommel. Dabei geht es vorrangig um die Frage, ob die Entwicklung der Person Rommel genügend herausgearbeitet worden sei. Rommel, dem sein Einsatz im Nordafrika-Feldzug den Namen "Wüstenfuchs" einbrachte, hatte Hitler zunächst bewundert und war im Laufe des Zweiten Weltkriegs von ihm abgerückt. 1944 wurde er von Hitler zum Selbstmord gezwungen. In einem Brief, den Manfred Rommels Frau im Namen ihres seit Jahren an Parkinson erkrankten Mannes an SWR-Intendant Peter Boudgoust geschrieben hat, heißt es: Es könne Boudgoust nicht recht sein, "bei jeder Ankündigung des Films in den diesbezüglichen TV-Illustrierten zu lesen, dass der Filmheld aufreißerisch als ein Günstling, Emporkömmling und Nazi-Verbrecher tituliert wird. Das stimmt doch einfach nicht. Das sind Lügen". Und weiter: "Ja, er schätzte Hitler am Anfang, weil dieser ein Freund der Armee war, aber die gegenseitige Wertschätzung fand ein jähes Ende mit dem ,Sieg oder Tod!'-Befehl Hitlers vor El Alamein, als Rommel eigenmächtig den Rückzug antrat und vielen das Leben rettete." Vorige Woche hatten sich Manfred Rommels Tochter Catherine mit dem Produzenten Nico Hofmann und der SWR-Fernsehfilmchefin Christine Strobl getroffen, weitere Gespräche sollen folgen.

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© DER SPIEGEL 38/2011
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