AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 41/2011

Niebel kritisiert Italiens Schuldenerlass in  Millionenhöhe an Ecuador


Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat Italien in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert. Ausgerechnet Italien, das seine eigenen Schulden in den Griff bekommen müsse, habe Ecuador zugesagt, 35 Millionen Euro an Schulden zu erlassen, kritisierte Niebel. "Die europäische Solidarität würde es erwarten lassen, dass Italien erst mal die eigenen Finanzen in den Griff bekommt", sagte der FDP-Politiker. "Soll Berlusconi das Geld doch aus seinem Privatvermögen bezahlen." Niebels Zorn bezieht sich auf die Beteiligung Italiens an dem Yasuní-Fonds, mit dem Ecuador eine Kompensation dafür erhalten soll, dass es Erdölvorkommen im Yasuní-Regenwald nicht ausbeutet. Deutschland soll sich nach Niebels Willen nicht daran beteiligen. "Ich zahle nicht für Unterlassen", sagte Niebel. "Wenn wir uns in Ecuador beteiligen, schaffen wir einen Präzedenzfall mit unabsehbaren Weiterungen."



© DER SPIEGEL 41/2011
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