AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 41/2011

Top-Gremium kritisert ARD wegen fehlender Jugend-Strategie


Seit Jahren müht sich die ARD, ein jüngeres Publikum zu erreichen - mit durchschlagender Erfolglosigkeit. Die Zuschauer werden älter statt jünger, aktuell ist der ARD-Kunde im Schnitt etwas über 60 Jahre alt. Harsche Kritik übt deshalb die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK), das oberste Aufsichtsgremium des Senderverbunds: Es gebe offensichtlich "keine ARD-Gesamtstrategie", das "Flaggschiff der Familie 'Das Erste'" sei "nicht strukturell einbezogen", obwohl die Verjüngung eine "Daueraufgabe mit höchster Priorität" sei. 2009 hatten die Intendanten versprochen, "jugendaffine Inseln" zu schaffen - nach Ansicht der GVK sind diese jedoch aufgegeben worden. Auf dem eigens geschaffenen Entwicklungsplatz am späten Sonntagabend seien in diesem Jahr regelmäßig Spielfilme gezeigt worden. Zwar habe man weitere Arbeitsgruppen geschaffen, ein "nach innen wie außen kommunizierbares Gesamtkonzept" sei aber nicht erreicht worden. Die veränderten "Kommunikations- und Informationsgewohnheiten der jungen Menschen über soziale Netzwerke" würden zu wenig in die Angebote einfließen; eine Online-Plattform mit Angeboten für die junge Zielgruppe habe man nicht umgesetzt. Volker Herres, Programmdirektor des Ersten, relativiert die GVK-Kritik: "Ein informationsgeprägtes nationales Vollprogramm kann bei unserer Bevölkerungsstruktur und der hohen Fernsehnutzung gerade der Älteren niemals ein sehr junges Programm sein. Aber gerade im Ersten tun wir viel, um jüngere Publika verstärkt anzusprechen."



© DER SPIEGEL 41/2011
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