AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 41/2011

Air Berlin gewährte auch Geschäftspartnern Freiflüge


Die Fluglinie Air Berlin hat offenbar nicht nur Prominente mit VIP-Karten zur kostenlosen Nutzung ihres Service beglückt. In den Genuss von Freiflügen sollen auch Geschäftspartner des Unternehmens gekommen sein, was bei Juristen als äußerst problematisch gilt. Wie Insider berichten, wurden unter dem Ende August zurückgetretenen Firmenchef Joachim Hunold unter anderem Top-Manager von großen Flughäfen oder Reiseveranstaltern mit der sogenannten Counter Card Premium Plus aus gestattet, darunter auch Angestellte des Touristikriesen TUI. Der Konzern ist an Air Berlin nicht nur mit knapp sieben Prozent beteiligt, sondern kauft in den Chartermaschinen auch regelmäßig Sitzplatzkontingente für seine Feriengäste ein. Normalerweise wird bei derartigen Verhandlungen von Fluglinien mit Veranstaltern oder Airports hart gefeilscht. Mit der Premiumkarte wollten die Air-Berlin-Manager ihre Gesprächspartner womöglich milde stimmen. Die Fluglinie selbst lehnte einen Kommentar ab und verweist darauf, dass Air Berlin zu einzelnen Kunden oder Kundengruppen generell keine Auskunft gibt. Ein TUI-Sprecher erklärt, ihm sei nicht bekannt, ob Mitarbeiter oder Führungskräfte über eine Air-Berlin-Premiumkarte verfügen.



© DER SPIEGEL 41/2011
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