AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 42/2011

ExxonMobil-Deutschland-Chef verteidigt umstrittene Erdgasförderung


Der Deutschland-Chef des weltgrößten privaten Öl- und Gaskonzerns ExxonMobil, Gernot Kalkoffen, verteidigt das sogenannte Fracking, eine umstrittene Methode zur Gewinnung von Erdgas. "Fracking ist sicher", sagt Kalkoffen dem Hamburger Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL. Sein Unternehmen setze das Verfahren in Deutschland seit den sechziger Jahren ein, "es ist noch nie etwas passiert", so der Manager.

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Heft 42/2011
Wie viel Ehrgeiz verträgt gute Erziehung?

Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, es entstehen Risse im Gestein, die das Gas lösen. Kalkoffen widerspricht Befürchtungen von Umweltschützern, Fracking könne das Grundwasser verseuchen. Das sei "technisch unmöglich", zwischen der Zielformation und dem Trinkwasser lägen mitunter mehrere tausend Meter. "Um so lange Risse zu erzeugen, reicht die Energie nicht aus."

Bilder von brennenden Wasserhähnen in US-Gasförderregionen erwecken nach Ansicht von Kalkoffen einen falschen Eindruck: "Da gibt es keinerlei Zusammenhang." Er vermutet andere Ursachen: Wo Kohlevorkommen bis zur Erdoberfläche reichen, könne Methan ins Grundwasser gelangen; auch sei es möglich, dass Methan dort bakteriell entstehe, so der Manager: "Mit Fracking hat das nichts zutun."

Der ExxonMobil-Manager zeigt sich offen gegenüber der Forderung von Kritikern nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung für Fracking-Projekte: "Da hätten wir nichts dagegen." Allerdings sei es nicht sinnvoll, eine solche Prüfung schon in einem Stadium vorzuschreiben, in dem nur Gesteinsproben gezogen würden. Dann müsste dies für jede Probebohrung gelten, auch für wissenschaftliche Projekte.



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