AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 43/2011

Schmidt empfiehlt SPD Steinbrück als Kanzlerkandidaten


Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück haben die weltweiten Proteste gegen die Finanzindustrie begrüßt. In einem gemeinsamen Gespräch mit dem Nachrichten Magazin SPIEGEL sagte Schmidt: "Dass die jungen Leute sich über ein Wirtschaftssystem ärgern, in dem jedes Maß verlorengegangen ist, finde ich nur allzu verständlich". Steinbrück sagte: "Die Proteste beweisen, dass die ökonomische Krise zu einer gesellschaftlichen Krise wird. Die Bürger zweifeln an der Handlungsfähigkeit der Politik."

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Heft 43/2011
Helmut Schmidt über seinen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück

Weiter kritisierten Schmidt und Steinbrück das Verhalten der Bundesregierung in der europäischen Staatsschuldenkrise. "Das jetzige Krisenmanagement läuft der Entwicklung hinterher, das kann die Euro-Zone in der Tat in Gefahr bringen", sagte Steinbrück im SPIEGEL-Gespräch. Schmidt sagte: "Ich erinnere mich an Interviews von Angela Merkel und leider auch von Wolfgang Schäuble aus dem Frühjahr 2010, in denen sie nicht nur angedeutet, sondern ganz klar gesagt haben: ,Notfalls müssen wir die Griechen aus dem System hinauskomplimentieren.' Das war eine wenig verantwortungsbewusste Position, die sich nicht lange durchhalten ließ." Zugleich empfahl der Altkanzler seiner Partei, Steinbrück bei den nächsten Bundestagswahlen zum Kanzlerkandidaten zu küren. "Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Finanzminister bewiesen, dass er regieren und verwalten kann", sagte Schmidt im SPIEGEL-Gespräch. Für eine Kanzlerkandidatur Steinbrücks spreche nicht zuletzt Steinbrücks Anziehungskraft auf Wechselwähler. "Die Wahlen werden nicht etwa am linken Flügel gewonnen, sondern alle Wahlen werden gewonnen in der Mitte", sagte Schmidt.

"Das war eine wenig verantwortungsbewusste Position, die sich nicht lange durchhalten ließ." Zugleich empfahl der Altkanzler seiner Partei, Steinbrück bei den nächsten Bundestagswahlen zum Kanzlerkandidaten zu küren. "Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Finanzminister bewiesen, dass er regieren und verwalten kann", sagte Schmidt im SPIEGEL-Gespräch. Für eine Kanzlerkandidatur Steinbrücks spreche nicht zuletzt Steinbrücks Anziehungskraft auf Wechselwähler. "Die Wahlen werden nicht etwa am linken Flügel gewonnen, sondern alle Wahlen werden gewonnen in der Mitte", sagte Schmidt.



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