AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 46/2011

WAZ-Verkauf - Eigentümerfamilien sind uneins über Vertragsdetail

Beim Verkauf der Anteile am Essener Zeitungskonzern WAZ gibt es auf den letzten Metern Uneinigkeit über ein gewichtiges Vertragsdetail. Die Familie Grotkamp, die ihren Miteignern, den Brost-Erben, rund 470 Millionen Euro für deren 50-Prozent-Anteil geboten hat, sperrt sich dem Vernehmen nach gegen eine sogenannte Besserungsklausel. Diese würde sicherstellen, dass der Brost-Clan auch nach einem Verkauf noch Geld bekäme, sollten die Grotkamps Teile der WAZ mit Gewinn weiterveräußern. Ein solcher Passus ist vor allem für Testamentsvollstrecker Peter Heinemann von Bedeutung, der über den Verkauf entscheidet. Er könnte sich damit gegen Vorwürfe absichern, zu günstig verkauft zu haben, wenn die Brost- Enkel 2015 selbst über ihr Erbe verfügen dürfen. Insider berichten, die Grotkamps hielten die Klausel für unangebracht, weil der Preis bereits dem vollen Wert der Firma entspreche. Wenn die Familie kaufe, dann mit allen Risiken und Chancen. Beide Lager sind aber zuversichtlich, dass die Unstimmigkeiten ausgeräumt werden können. Ein anderes Hindernis ist vom Tisch: Heinemann hatte die Wirtschaftsprüfer PwC mit einem Wertgutachten beauftragt. Dieses kommt laut Insidern zu dem Schluss, der von der Familie gebotene Preis sei angemessen.

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