AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 2/2012

Kartellvorwürfe gegen Nürburgring-Betreiber


Dem Land Rheinland-Pfalz und den Betreibern des Nürburgrings droht neuer Ärger. Die Dorint-Hotelkette hat beim Bundeskartellamt Beschwerde wegen der Geschäftspraktiken an der Rennstrecke eingelegt. Das Land hatte als Haupteigentümer des Rings für 330 Millionen Euro Hotels und Freizeitanlagen gebaut und im Jahr 2010 samt der Rennstrecke an die Nürburgring Automotive GmbH verpachtet, hinter der unter anderem die Hotelgruppe Lindner steckt. Dorint betreibt schon seit 20 Jahren ein Haus an der Strecke und fühlt sich nun durch Koppelgeschäfte benachteiligt. Wer etwa für rund 7000 Euro pro Jahr die exklusive "Carbon Club Card" für die Rennstrecke kauft, erhält diverse Vergünstigungen in Lindner-Hotels dazu. Zudem sei die Vergabe des Betriebs intransparent gewesen, damit habe das Land eine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Ein Sprecher des Kartellamts bestätigte den Eingang der Beschwerde, sie werde geprüft. Sprecher der Automotive GmbH und des Landesinnenministeriums kommentierten die Beschwerde nicht, da sie ihnen nicht vorliege. Die Betreiber streiten sich mittlerweile selbst mit dem Land, es geht um ausstehende Pachtzahlungen. Zudem will das Land nicht hinnehmen, dass die Firma zahlreiche Entlassungen angekündigt hat.



© DER SPIEGEL 2/2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.