AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 3/2012

Wulff ließ sich auf Oktoberfest einladen


In seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen hat sich Christan Wulff mit seiner Ehefrau Bettina von dem Berliner Film-Finanzier David Groenewold zum Münchner Oktoberfest einladen lassen. Dem SPIEGEL liegt dazu eine Hotelrechnung vor, ausgestellt am 28. September 2008 vom Bayerischen Hof, die Groenewold beglichen hat. Groenewold hat nach eigenen Angaben damit auch einen Teil der Unterbringungskosten des Ehepaars Wulff bezahlt. Obwohl Groenewold dafür seine private American-Express-Karte belastete, ging diese Hotelrechnung an die Odeon Film AG, die er zu jener Zeit führte. In einem Begleitschreiben heißt es dazu: "Wie besprochen erhalten Sie in der Anlage die Rechnung über den Aufenthalt von Herrn Groenewold und seinen Gästen. Wie von Herrn Groenewold gewünscht, haben wir bei der Logis die Zimmernummern gelöscht."

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Heft 3/2012
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Laut Groenewold deckte er einen "Differenzbetrag" für Wulffs Zimmer ab - die Differenz zwischen dem, was Wulff dafür zahlte, und was das Zimmer tatsächlich kostete. Außerdem habe er die Ausgaben für einen Babysitter übernommen; die Wulffs hatten ihren vier Monate alten Sohn dabei. Nur das Geld für das Kindermädchen habe der Ministerpräsident ihm, Groenewold, später zurückgezahlt. Diese Zahlung sei in bar erfolgt. Wulffs Anwalt sagte dazu, sein Mandant habe eine eigene Hotelrechnung bekommen. Was dort aufgeführt worden sei, habe Wulff beglichen - und hinterher "gegenüber der Staatskanzlei und der niedersächsischen CDU abgerechnet". Grund dafür sei gewesen, dass Wulff noch weitere Termine in München gehabt habe, sowohl im Amt als auch für die Partei.



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