AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 4/2012

SPD will Sozialistischer Internationale den Geldhahn zudrehen und den Mitgliedsbeitrag nicht zahlen


Die SPD dreht der traditionsreichen Sozialistischen Internationale (SI) den Geldhahn ab. Parteichef Sigmar Gabriel verkündete Anfang vergangener Woche im SPD-Vorstand, der diesjährige Mitgliedsbeitrag von 100.000 britischen Pfund werde nicht ausgezahlt. Da die deutschen Sozialdemokraten der stärkste Beitragszahler sind, dürfte dies die Organisation empfindlich treffen. In der Vorstandssitzung sagte Gabriel, er könne nicht zulassen, "dass die SPD mit Verbrechern an einem Tisch" sitze. Er kritisiert bereits seit längerem die Zustände in dem einst mächtigen Zusammenschluss sozialistischer und sozialdemokratischer Parteien. So sind etwa die Sandinisten aus Nicaragua noch immer Mitglied, obwohl ihnen in der Vergangenheit Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen wurden. Dem tunesischen RCD des gestürzten Machthabers Ben Ali und der ägyptischen Staatspartei NDP des ebenfalls gestürzten Despoten Husni Mubarak wurden erst vor einem Jahr die SI-Mitgliedschaften entzogen.



© DER SPIEGEL 4/2012
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