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ZDF-Vize Theveßen kritisiert Stimmung im Sender

Unter den Mitarbeitern des ZDF ist die Stimmung offenbar getrübt, seit bekannt wurde, dass der Sender in den kommenden vier Jahren 75 Millionen Euro im Personaletat streichen muss. Die Senderführung verfügte einen Stellenstopp, etlichen freien Mitarbeitern wurden die Verträge gekündigt. Mancher Mitarbeiter fürchtet, dass es zu Stellenstreichungen kommt. Über diese depressive Stimmung im Sender beklagt sich der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen in einer internen Rundmail. Theveßen schreibt von einem "zermürbenden Defätismus". Die Fernsehleute ließen sich "von allem Negativen beeindrucken". Bei manchen keimten Zweifel auf, "ob der Weg richtig ist", den der Sender eingeschlagen habe. Theveßen vermisst "Mut" und "Kampfeslust". Auch "stehen wir uns manchmal selbst im Weg". Manche ZDF-Leute glaubten "den ARD-Intendanten mehr als den eigenen Führungskräften". Die Mitarbeiter sollen ihre Kräfte nicht in gegenseitigem Misstrauen verschwenden, dieses Misstrauen "sollte sich eher gegen Stimmungsmacher von außen wenden, die nichts anderes im Sinn haben, als uns im Wettbewerb zu schwächen". In seiner Mail kritisiert Theveßen auch, dass jahrelang der Mut zur Veränderung gefehlt habe – ein Seitenhieb auf den scheidenden Intendanten Markus Schächter. Man arbeite jetzt "Konzepte ab, die schon vor Jahren entworfen, aber nicht umgesetzt wurden". Angesichts eines Zwei-Milliarden- Euro-Haushalts habe es in der Vergangenheit auch das Gefühl gegeben, "man könne es weiterhin allen rechtmachen". Zum Ende schreibt Theveßen: "Uff, das musste alles mal raus!"

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