Umweltbundesamt fordert bundesweite Nachtflugregelungen


Um Menschen in der Nähe von Verkehrsflughäfen vor gesundheitsschädlichem Lärm zu schützen, verlangt das Umweltbundesamt eine Ausweitung von Nachtflugverboten und eine bundesweite Planung des Flugverkehrs. Für stadtnahe Flughäfen wie in Frankfurt am Main oder Berlin-Brandenburg sei ein Start- und Landeverbot in der Zeit von 22 bis 6 Uhr notwendig, sagte Umweltamts-Präsident Jochen Flasbarth im Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Unvermeidbarer Flugverkehr solle in den Nachtstunden nur noch dort abgewickelt werden, wo er weniger Probleme bereite, so Flasbarth.

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"Lärm ist das am stärksten unterschätzte Umweltproblem in Deutschland", sagte der Umweltbundesamt-Chef. Die gesetzlichen Grenzwerte für Fluglärm reichten nicht aus, die Belastung sei "deutlich zu hoch". Vor allem in den Nachtstunden schädige der Lärm eindeutig die Gesundheit. Nach einer Schätzung des Umweltbundesamtes entstünden allein im Raum Frankfurt am Main durch Fluglärm in den nächsten zehn Jahren zusätzliche Kosten von 400 Millionen Euro nur für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Patienten.

"Derzeit wird ein unseliger Standortwettbewerb zwischen den Flughäfen auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen", kritisierte Flasbarth. Nötig sei eine "nationale Flugverkehrsplanung", um die betroffene Bevölkerung zu schützen.



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