Die bayerische Polizei fahndete nur lasch nach Neonazis


Die bayerische Polizei fahndete offenbar nachlässig nach den mehr als 30 aus Bayern stammenden Neonazis, die noch per Haftbefehl gesucht werden. Der frühere Münchner Rechtsextremist und Liedermacher Felix Benneckenstein behauptet, die Polizei sei zumindest an seiner eigenen Verhaftung nicht besonders interessiert gewesen. Im Januar 2010 habe es mehrere Haftbefehle gegen ihn gegeben, so Benneckenstein. Er habe sich damals regelmäßig in seiner gemeldeten Wohnung aufgehalten. Dort hätten die Beamten lediglich dreimal vormittags geklingelt, seien aber weggefahren, als niemand öffnete. Später sei er in München zu einer Bekannten gezogen, aber fast jedes Wochenende bei Versammlungen und bei Nazi-Demos aufgetreten. Dort habe ihn trotz Anwesenheit von Polizei und Verfassungsschutz nie jemand behelligt. Erst im Juni 2010 habe ihn der Staatsschutz aufgesucht, da er nach einer Schlägerei als Zeuge aussagen sollte. Das bayerische Landeskriminalamt teilte mit, die Haftbefehle gegen Benneckenstein seien damals nicht in allen Polizeiwachen veröffentlicht worden, da sie "nicht gravierende Straftaten" betrafen. Dass er festgenommen werden sollte, sei nur der Polizei in seiner Wohngegend bekannt gewesen.



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