Schüler in Deutschland essen nur ungern in der Schulmensa


Trotz des teuren Ausbaus von Schulkantinen essen nur 15 Prozent der Schüler regelmäßig in der Mensa. In einem Brief an die Kultusministerkonferenz beklagt das Deutsche Netzwerk Schulverpflegung, dass nur in gebundenen Ganztagsschulen "respektable Umsatzgrößen" erreicht würden. An Schulen mit sporadischem Nachmittagsunterricht oder mit freiwilliger Ganztagsbetreuung, welche ebenfalls Essen anbieten, konstatieren die Experten eine "Mensaflucht" insbesondere älterer Schüler. Diese favorisierten "benachbarte Döner- und Bäcker läden", selbst wenn sie dort mehr bezahlen müssten. Die Kantinen würden den "gastronomisch vorgeprägten Geschmackserwartungen" nicht gerecht, heißt es in dem Brief, außerdem erwarteten Schüler "Auswahl und To-go- Angebote". Auch eine "signifikante Mehrheit" der Eltern steht demnach dem Schulessen skeptisch gegenüber und behilft sich mit "Snackzugaben oder kleinem Bargeld". Der Verein, der im November im Bundestag angehört wurde, fordert Steuervergünstigungen für Schulessen sowie Berater, die Ernährungswissen vermitteln.



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