Der überraschende Rücktritt von Hartmut Mehdorn, 70, als Air-Berlin-Chef Anfang vergangener Woche hatte einen ernsten Hintergrund: Ausschlag gebend für den Zeitpunkt war das geplante neue Sparprogramm der zweitgrößten deutschen Fluglinie unter dem Arbeitstitel "Turbine 13". Das Management will den gewählten Vertretern des Cockpit-, Kabinen- und Bodenpersonals am Montag dieser Woche erstmals Details der millionenschweren Streichliste vorstellen. Ihr könnten rund ein Zehntel der über 9000 Air-Berlin- Jobs zum Opfer fallen. Parallel dazu sollen neue strategische Weichenstellungen verkündet werden. So will die Fluglinie endlich wieder Gewinne erwirtschaften. In den dar auffolgenden Tagen sollen sukzessive auch die Mitarbeiter in der Berliner Firmenzentrale und an den dezentralen Standorten in Düsseldorf, München, Zürich, Wien und Mallorca informiert werden. Wäre Mehdorn länger geblieben, hätte er die schlechten Nachrichten selbst überbringen müssen und das ein knappes Jahr vor dem offiziellen Auslaufen seines Vertrags. Den undankbaren Job übernimmt nun sein Nachfolger, der Österreicher Wolfgang Prock-Schauer, 56. Er soll das Programm auch umsetzen.
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