Aldi-Detektiv enthüllt Details zu Mitarbeiterüberwachung

Der Discounter Aldi Süd hat offenbar auch nach dem Spitzel-Skandal beim Konkurrenten Lidl im Jahr 2008 seine Mitarbeiter von Detektiven überwachen lassen und dabei versteckte Kameras eingesetzt. Ein Detektiv, der jahrelang für den Handelsriesen arbeitete, beschreibt in der aktuellen Ausgabe des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL Details seiner Tätigkeit. Neben der üblichen Überwachung zur Vorbeugung von Kundendiebstählen habe er auch gezielt Mitarbeiter kontrollieren müssen, sagte er dem SPIEGEL. Aldi Süd hat bislang Vorwürfe, seine Mitarbeiter auch heimlich zu überwachen, immer bestritten. Der Detektiv erzählt jedoch detailliert, welche Aufträge er bekommen und ausgeführt haben soll. So soll eine Aldi-Führungskraft in Dornstadt vor drei Jahren von ihm verlangt haben, er möge über den Spinden in der Mitarbeiterumkleidekabine mobile Miniaturkameras installieren. Als er ablehnte, sei ihm gedroht worden, er werde "alle Überwachungsaufträge verlieren", wenn er nicht spure. "Ich hatte weiterhin den Auftrag, alle Auffälligkeiten zu melden. Also auch, wenn ein Mitarbeiter zu langsam arbeitete, ich von einem Verhältnis der Mitarbeiter untereinander erfahren habe oder ich andere Details aus dem Privatleben mitbekam, zum Beispiel im Hinblick auf die finanzielle Situation des Mitarbeiters", so der Detektiv. In einer Stellungnahme wies Aldi Süd die Vorwürfe des Detektivs zurück. Eine Überwachung von Mitarbeitern im Hinblick auf deren Arbeitsleistung sei in den Rahmenverträgen für Detektiveinsätze ausdrücklich ausgeschlossen. Es habe keine Anweisung gegeben' "'Auffälligkeiten' wie private Details zu melden". Im Frühjahr 2008 war der Discounter Lidl in die Kritik geraten, weil er systematisch Mitarbeiter von Kameras und Detektiven überwachen ließ. Bei allen Handelsunternehmen löste der Spitzelskandal äußerste Vorsicht bei der Wahl der Überwachungsmethoden aus.

DER SPIEGEL

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