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Angespannte Finanzlage bei Unister

Das Leipziger Internetunternehmen Unister kämpft mit einer angespannten Finanzlage und massiven Konflikten auf Gesellschafterebene. Bereits im Februar soll Mitgründer Daniel Kirchhof nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL seine Mitgesellschafter vor einer "schwierigen" Situation für das Unternehmen gewarnt und den Schuldenstand auf 85 Millionen Euro beziffert haben. Allein im dritten Quartal 2014 habe der operative Verlust demnach bei über 20 Millionen Euro gelegen. Ein Verkaufsprozess für die Unister-Reisesparte, der die Lage entspannt hätte und seit Monaten betrieben wurde, hat nicht zu einem Ergebnis geführt.

Stattdessen eskaliert nun der Streit zwischen den Gesellschaftern. Auf der Ebene der Unister-Holding hat Firmengründer Thomas Wagner versucht, die Anteile seines langjährigen Büronachbarn Kirchhof einzuziehen und ihn damit aus der Gesellschaft auszuschließen. Für die Räume der Firmenzentrale in Leipzig verhängte er gegen Kirchhof sogar ein Hausverbot. Mitte Juli soll er auf einer außerordentlichen Hauptversammlung auch als Aufsichtsrat der Tochterfirma Travel24 abberufen werden.

Seine Unister-Mitstreiter werfen Kirchhof nach SPIEGEL-Informationen vor, dem Unternehmen finanziell geschadet und sich über eine von ihm betriebene Werbeagentur bereichert zu haben, die für Unister-Portale TV-Spots und Anzeigen in Printmedien schaltet. Die in der Branche üblichen Rabatte soll Kirchhof, so der Vorwurf, nicht an Unister weitergereicht, sondern zum Teil in die eigene Tasche gesteckt haben. Es gehe um einen mittleren sechsstelligen Betrag. Kirchhof streitet das energisch ab. Ein Vertrag habe klar geregelt, wie viel seine Agentur einbehalten dürfe, jahrelang sei das auch nicht bemängelt worden.

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