DER SPIEGEL


Neuer ARD-Chef gibt sich in der Gebührendiskussion selbstkritisch

Der NDR-Intendant und neue ARD-Vorsitzende Lutz Marmor hat eingeräumt, dass der Senderverbund bei der Umstellung auf den neuen Haushaltsbeitrag Fehler gemacht habe. Als Beispiel nennt er im SPIEGEL-Gespräch das inzwischen zurückgenommene Vorhaben, auch Demenzkranke zur Kasse zu bitten. "Als ich das hörte, war mir gleich klar: Das geht ja gar nicht. Das wäre unmenschlich und niemandem zu erklären. Den Ärger hätten wir uns sparen können, muss ich selbstkritisch sagen." Auch die Beschwerden von Firmen mit vielen Filialen, denen nun teils Mehrkosten in sechsstelliger Höhe ins Haus stehen, könne er "teilweise nachvollziehen", so Marmor. "Es gibt aber auch Unternehmen, die weniger zahlen. Und für mehr als 90 Prozent der Leute ändert sich nichts." In der Debatte um die Anzahl der Talkshows im Ersten, die auch ARD-interne Kritiker gern reduzieren würden, sagte Marmor: "Ich würde mit fünf Talkshows weitermachen." Die Quoten seien zufriedenstellend, und die Kritik habe gewirkt: "Es sind nicht mehr stets die gleichen Gäste, es sind mehr Frauen in den Sendungen." Als Ziel für die nächsten "drei bis vier Jahre" nannte Marmor, das Erste wieder an die Spitze der Publikumsgunst zu führen. Im abgelaufenen Jahr hatte das ZDF das Quotenrennen für sich entschieden.

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  • Sonntag, 06.01.2013 – 08:05 Uhr
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