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ARD-Degeto verfilmt den Fall Barschel

Die ARD-Degeto will den Fall Uwe Barschel verfilmen. Im September sollen die Dreharbeiten für den Zweiteiler beginnen, den Ariane Krampe von der Firma Zeitsprung produziert. Der Spielfilm solle "ein Psychogramm der damaligen Bundesrepublik werden", sagt Krampe dem Magazin DER SPIEGEL. "Es geht um Machterhalt im Regierungsbetrieb der achtziger Jahre." Schleswig-Holsteins CDU-Ministerpräsident war 1987 zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass sein Referent im Wahlkampf den SPD-Kandidaten Björn Engholm hatte bespitzeln lassen. Kurz darauf wurde Barschel in der Badewanne eines Genfer Hotels tot aufgefunden. Bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt.

Drehbuchautor und Regisseur Kilian Riedhof will ihn aus der Sicht zweier Journalisten erzählen, die für eine fiktive Hamburger Tageszeitung arbeiten. Einer der beiden hängt der Selbstmord-These an, der andere glaubt an Mord. "Wir wehren uns dagegen, uns auf die naheliegende Deutung Suizid zu fixieren", so Riedhof. Barschels mögliches Wissen über Geschäfte der Waffenlobby könnte bei dem Fall eine Rolle gespielt haben.

Krampe und Riedhof haben bereits Kontakt mit der Familie Barschel aufgenommen. In den nächsten Wochen wollen sie den Fundort der Leiche, das Hotel Beau-Rivage in Genf, besichtigen, wo sie gern drehen würden. Das Badezimmer jedoch wird wohl im Studio nachgebaut werden, da Barschels Zimmer 317 nicht mehr im damaligen Zustand ist. Ebenfalls in Vorbereitung hat die ARD-Degeto einen Spielfilm über den 1987 verstorbenen Showmaster Hans Rosenthal. Gedreht werden soll im kommenden Jahr. Die Witwe und der Sohn des "Dalli Dalli"-Moderators unterstützen laut Degeto das Projekt. Regie führt Julia von Heinz.

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