ARD lässt Geiseldrama von Gladbeck verfilmen


Das Geiseldrama von Gladbeck wird für das Erste verfilmt. Wie die Produzentin Regina Ziegler bestätigte, arbeitet sie gemeinsam mit der ARD-Tochterfirma Degeto an einem zweiteiligen Spielfilm über das Verbrechen, das mit einem Bankraub begann. Im Lauf einer 40 Stunden langen Irrfahrt der beiden Täter wurden zwei Geiseln erschossen, ein Polizist kam bei der Verfolgung ums Leben. Radio- und Fernsehsender übertrugen das Geschehen im August 1988 wie einen Live- Krimi. Zwei Journalisten recherchieren in Zieglers Auftrag nun noch einmal den Fall, ihre Ergebnisse sollen dem Autor Holger Karsten Schmidt als Grundlage für das Drehbuch dienen. Der Film soll nicht die Täter in den Mittelpunkt stellen. "Wir wollen vor allem zeigen, wie die Medien ihre Distanz aufgegeben haben und zu Akteuren des Dramas geworden sind. Dazu hört man heute einfach Genaueres", sagt Ziegler. Den Medien wurde damals Sensationsgier vorgeworfen. RTL-Moderator Hans Meiser rief in der Bank an, um einen der Täter zu interviewen. Mehrere Journalisten, darunter der damalige Radioreporter Frank Plasberg, sprachen vor Ort mit den Geiselnehmern. Udo Röbel, später "Bild"-Chefredakteur, stieg zu ihnen ins Auto und lotste sie aus der Stadt. Laut Degeto-Redaktionsleiter Sascha Schwingel soll der Film im Frühjahr 2015 gedreht werden.



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