Beamte räumen bizarre Rollenspiele in Bruchsaler Gefängnis ein


Im Gefängnis Bruchsal ist es wiederholt zu bizarren Rollenspielen unter Beamten gekommen. Am Wochenende des 23. und 24. Novembers 2013 fesselte ein Beamter in Uniform einen als Häftling verkleideten Kollegen zweimal "mit Hand- und/oder Fußschließe". Das geht aus der Antwort des baden-württembergischen Justizministers Rainer Stickelberger (SPD) auf einen Brief des CDU-Abgeordneten Bernhard Lasotta hervor. Bisher war lediglich ein solcher Fall bekannt (SPIEGEL 44/2014). Beide Beamte hätten die Dienstvergehen eingeräumt. Allerdings habe es im Gefängnis "eine zum Teil geringe Aussagebereitschaft" gegeben. Das Ministerium drohte der Anstaltsleitung deshalb an, sämtliche an jenem Wochenende arbeitenden Beamten "als Zeugen zu vernehmen". Mögliche Missstände in Bruchsal sind brisant, weil dort im August der afrikanische Häftling Rasmane Koala nach Monaten ungenehmigter Einzelhaft verhungerte. Am Montag muss sich Stickelberger dazu vor einem Ausschuss des Stuttgarter Landtags erklären



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