Berliner Abgeordnete wollen auf Steuerzahler-Kosten nach Griechenland reisen, um sich über "notwendige Sparanstrengungen" fortzubilden

Was wäre die chronisch klamme Hauptstadt ohne Hilfe: 3,3 Milliarden Euro flossen 2012 aus dem Länderfinanzausgleich ins rot-schwarz regierte Berlin, immerhin fast die Hälfte des Topfs, den die fleißigen Bayern, Schwaben und Hessen füllen. Um zu lernen, wie man den Regelbedarf selbst deckt, wollen Berliner Politiker nun ziemlich weit über den Tellerrand schauen, bis nach Athen.

Nach dem Motto "Von Hellenen lernen heißt siegen lernen" zieht es rund 35 Parlamentarier und Referenten im April vier Tage lang in die griechische Hauptstadt, wo sie sich "mit allen finanzrelevanten Themen der Stadt und der Region vertraut" zu machen gedenken. Euros nach Athen tragen, um unter der Akropolis zu lernen, wie man mit Geld umgeht – klar, dass bei dem Großausflug auf Kosten der Steuerzahler "die notwendigen Sparanstrengungen im Vordergrund stehen" müssen, wie die Reiseplaner betonen. Einige zehntausend Euro wird die Reise wohl kosten. Um den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von der Notwendigkeit dieser Reise zu überzeugen, sollen nun viele wichtige Gesprächstermine anberaumt werden. So baten die Berliner Hauptausschussler die deutsche Botschaft in Athen, schon mal ein "grobes Programm" der Reise zu erarbeiten. Allerdings müssten die Termine "noch nicht fest fixiert sein", es gehe "eher um ein Rahmenprogramm".

Alle, die in Tegel abheben wollen, zählen zum sogenannten Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses. Seine wesentliche Aufgabe ist es, den "wirtschaftlichen und sparsamen Umgang der Verwaltungen mit den Haushaltsmitteln" zu kontrollieren.

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