Bewertungsreserven der Lebensversicherer erreichen neue Höchstwerte

Die sogenannten Bewertungsreserven der deutschen Lebensversicherungen sind weitaus höher als bislang bekannt. Nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL zeigen interne Zahlen von Aufsehern, dass sich die Bewertungsreserven bei festverzinslichen Wertpapieren seit Anfang 2011 fast verdreißigfacht haben - von 2,7 auf 75,1 Milliarden Euro. Andere Anlageformen wie Immobilien mitgerechnet, sind die Bewertungsreserven zuletzt sogar auf 89,7 Milliarden Euro gestiegen. Bewertungsreserven entstehen, wenn eine Kapitalanlage aktuell mehr wert ist als der Preis, zu dem sie gekauft wurde. Bei Staatsanleihen, die vor Jahren erworben wurden, ist das zurzeit der Fall - weil sie deutlich höher verzinst werden, als es am Markt heute üblich ist. Die Konzerne müssen ihre Kunden bislang an diesen Gewinnen beteiligen, wenn ihr Vertrag ausläuft. Mit einer Gesetzesänderung sollte diese Pflicht eigentlich eingeschränkt werden. Allerdings ist ein entsprechendes Gesetz heftig umstritten und bislang nicht in Kraft getreten. Denn Kunden, deren Verträge bald auslaufen, bekämen dadurch geringere Ausschüttungen als zuletzt gedacht. Selbst Branchenprofis sind laut SPIEGEL entsetzt, welche Ausmaße das Problem hat. Aus internen Hochrechnungen, die sich ein Versicherungsvertreter eines großen Unternehmens besorgt hat, geht hervor: Eine Police, die 2017 auslaufe, bringe es nach derzeitigem Stand nur noch auf eine Ablaufleistung von 68.000 Euro statt auf 75.000 Euro. Und ein Vertrag, der für 2026 knapp 330.000 Euro versprach, reduziere sich auf nur noch 295.500 Euro.

DER SPIEGEL

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