BND kooperierte beim Abgreifen von Daten auch mit der CIA


Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat mit einem weiteren großen US-amerikanischen Geheimdienst kooperiert, um Daten in Deutschland abzugreifen. Die Operation trug den Codenamen "Globe". Im Jahr 2005 wandte sich der BND an die deutsche Tochter eines US-Netzbetreibers und forderte Zugang zu Kommunikationsverbindungen des Unternehmens in Düsseldorf. Die weltweit agierende Firma hielt zunächst Rücksprache mit der amerikanischen Muttergesellschaft. Schließlich einigte man sich auf eine Zusammenarbeit unter Einbindung des US-Geheimdienstes CIA. Die Daten wurden von dem Netzbetreiber in die BND-Außenstelle Rheinhausen geleitet und dort aufbereitet. Damals trug die Dienststelle noch den Decknamen "Ionosphäreninstitut". Dem Vernehmen nach soll es sich um eine zeitlich befristete Operation mit dem Schwerpunkt Terrorismusabwehr gehandelt haben. Es sollen ausschließlich Auslandstelefonverkehre abgefangen worden sein. Um den Vorgang aufzuklären, will der NSA-Untersuchungsausschuss in dieser Woche einen Beweisantrag beschließen, wonach alle Akten über entsprechende Kooperationen mit amerikanischen Stellen vorzulegen sind. Vor einigen Monaten war bekannt geworden, dass der BND in Frankfurt einen Knotenpunkt der Telekom angezapft und Daten an den US-Geheimdienst NSA weitergeleitet hatte. Zu der neuen Operation wollten sich der BND und der betreffende Netzbetreiber nicht äußern.



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