Britischer Geheimdienst nutzt manipulierte LinkedIn-Seiten


Der britische Geheimdienst GCHQ nutzt manipulierte Kopien von Seiten des populären Business-Netzwerks LinkedIn, um sich Zugang zu den Rechnern von Zielpersonen zu verschaffen. Auf diese Weise infiltrierte der Dienst etwa die Rechner von Mitarbeitern des halbstaatlichen belgischen Telekommunikationskonzerns Belgacom. Das geht aus Dokumenten aus dem Fundus von Edward Snowden hervor, die der SPIEGEL einsehen konnte. Demnach attackierte der britische Geheimdienst gezielt die Rechnersysteme von Unternehmen, die im internationalen Mobilfunkgeschäft als Dienstleister für andere Anbieter fungieren - etwa Abrechnungsunternehmen wie Mach, über die viele Mobilfunkanbieter ihre Roaming-Geschäfte abwickeln. Auch in diesem Fall attackierte das GCHQ die Rechner von Mitarbeitern über dieselbe Methode namens "Quantum Insert", um sich dann tief in das Firmennetz vorzuarbeiten. Man habe sich so Detailwissen über das Unternehmen Mach, seine Kommunikationsinfrastruktur, sein Geschäft und diverse Schlüsselpersonen verschafft, heißt es in einem als "streng geheim" eingestuften GCHQ-Papier.

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Heft 46/2013
Geliebt, bekämpft, verraten

Auf Anfrage erklärte LinkedIn, das Unternehmen billige es nicht, wenn seine "Plattform oder falsche LinkedIn-Profile wie beschrieben eingesetzt werden". "Um es klar zu sagen: Wir würden eine derartige Aktivität niemals gutheißen, unabhängig welchem Zeck sie dient, und wurden über die angebliche Aktivität auch nicht unterrichtet".

Ein Sprecher von Starhome Mach, einem Mach-Nachfolgeunternehmen, sagte, man werde "mit sofortiger Wirkung eine umfassende Sicherheitsüberprüfung starten".

Die Organisation erdölexportierender Länder Opec mit Hauptsitz in Wien ist den Unterlagen zufolge gleich doppelt im Visier: Sowohl das GCHQ als auch die NSA führen sie als Aufklärungsziel. Laut einem Geheimpapier des GCHQ sei es 2010 mittels der "Quantum Insert"-Methode gelungen, die Computer von neun Opec-Angestellten zu infiltrieren. Der NSA gelang es laut amerikanischen Dokumenten sogar, bis in den Arbeitsbereich des Opec-Generalsekretärs vorzudringen, zudem haben NSA-Mitarbeiter den saudi-arabische Opec-Gouverneur ausgespäht.



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