DER SPIEGEL


Deutsche Frauen versuchen, über französischen Entschädigungsfonds Schadensersatz für verpfuschte Brust-OPs zu bekommen

Deutsche Frauen versuchen über einen französischen Entschädigungsfonds Schadensersatz für verpfuschte Brustvergrößerungen zu bekommen. In der Bundesrepublik waren rund 5000 Betroffenen Silikoneinlagen der französischen Firma PIP und anderer Hersteller eingesetzt worden, die sich als minderwertig herausstellten. Sie sollten wieder entfernt werden. Doch die Chancen, in Deutschland Schadensersatz zu bekommen, sind gering. "Es ist eine Schande, dass diese Frauen gezwungen sind, ins Ausland zu gehen", sagt der Berliner Medizinrechtler Jörg Heynemann, der 20 Frauen vertritt. "In Frankreich können die Betroffenen, von Ausnahmen abgesehen, nur 5000 Euro erwarten", sagt Heynemann, "aber auf diese Weise gehen sie wenigstens nicht leer aus." Obwohl Experten es für nahezu aussichtslos halten, klagt eine 40-jährige Patientin vor dem Landgericht Karlsruhe gegen ihren Arzt, den Haftpflichtversicherer der bankrotten französischen Firma PIP, den deutschen Silikonhersteller, den TÜV Rheinland als Kontrolleur der Produktreihe und die Bundesrepublik, deren zuständiges Bundesinstitut nicht rechtzeitig eingeschritten sein soll. Vor vier Wochen wurde erstmals verhandelt. Im Strafprozess um den Hersteller PIP in Frankreich treten drei deutsche Frauen als Nebenklägerinnen auf. Medizinrechtler beklagen seit Jahren die schwache Stellung von Patienten, die durch fehlerhafte Medizinprodukte leiden. Auch im neuen Patientenrechtegesetz, das im kommenden Jahr in Kraft treten soll, gibt es dahingehend keine Verbesserung.

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  • Sonntag, 09.12.2012 – 08:16 Uhr
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